HipHop

Shirin David in der Mercedes-Benz-Arena: Die Bad Bitch und das Patriarchat

„You go, girl!“-Feminismus trifft auf „Der Erfolg gibt mir recht“-Mentalität. So war das Berlin-Konzert der Berliner Rapperin Shirin David am Mittwochabend.

Shirin David: von ersten Gehversuchen auf YouTube an die Spitze der Albumcharts in zehn Jahren.
Shirin David: von ersten Gehversuchen auf YouTube an die Spitze der Albumcharts in zehn Jahren.Tobias Kloek/Universal Music

Die Live-Kamera gleitet über die erste Reihe des Publikums und projiziert das Bild auf die großen Leinwände am Bühnenrand. Auf der Bühne selbst steht Shirin David, die vor wenigen Minuten galant von der Decke geschwebt ist, mit ihrer Show begonnen hat und nun die einzelnen Fans vor der Bühne mustert – und ihr Aussehen kommentiert: „Du siehst richtig gut aus!“, ruft sie einer Frau zu. Bei einem Herrn lobt sie die „sexy“ Lederjacke. Und eine Gruppe von jungen Frauen fragt sie: „Wie lange habt ihr euch heute schick gemacht? Länger als ich?“ Daraufhin richtet sich die Kamera auf einen jungen Mann etwas weiter hinten: „Ey, was los?“, fragt Shirin David. Und dann ruft sie ihm im paternalistischen Ton „Lächle doch mal“ zu und setzt mit ihrem gleichnamigen Song ein.

Berliner Zeitung

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