Musikbiz

Musikstreaming-Profi von Deezer: „KI-Musik wird benutzt, um Geld von echten Künstlern zu stehlen“

97 Prozent der Menschen können nicht unterscheiden, ob ein Song KI-generiert ist. Wir haben mit Manuel Moussallam von Deezer gesprochen – über Ethik, Plagiate und Problem-Akteure.

Arif Qazi für Berliner Zeitung am Wochenende

Die Branche steht vor einem Dilemma: Dass Künstliche Intelligenz in Zukunft noch sehr viel mehr Musik erschafft, ist unausweichlich. Doch sollte man sie wie menschengemachte Kunst behandeln? Schon jetzt fließen beim Musikstreamingdienst Deezer 50.000 neue KI-generierte Tracks ins System. Pro Tag. Deezer geht transparent vor und kennzeichnet die Tracks als Werke von KI.

Herr Moussallam, Deezer verwendet ein Tool zur Erkennung von KI-generierten Titeln. Warum ist dieser Schritt für Sie als Unternehmen wichtig?

Wir haben uns schon vor einigen Jahren, als die ersten fundierten Modelle zur automatisierten Musikschaffung entwickelt wurden, mit ethischen Fragen beschäftigt, die damit zusammenhängen. Das betrifft etwa die Art und Weise, wie diese Künstlichen Intelligenzen trainiert werden – und die Möglichkeit, dass sie menschliche Arbeit imitieren oder gar ersetzen könnten. Obwohl wir bei Deezer unsere Nutzer nicht bevormunden wollen, möchten wir, dass sie informierte Entscheidungen treffen können. Angesichts der ethischen Diskussion darüber, ob diese KI-Modelle fair trainiert wurden, war es für uns also wichtig zu wissen, ob die bei uns abrufbaren Inhalte KI-generiert sind oder nicht. Sobald wir diese Informationen hatten, sahen wir es als unsere Pflicht, transparent gegenüber unseren Nutzern zu sein – und diese Information zu teilen.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar