Der Südfriedhof in Leipzig ist romantisch verschneit, als wir Nils Keppel dort treffen. Ein 72 Hektar großer Park, in dem die Lebenden vortrefflich lustwandeln können. Aber doch mit Gothic-Vibes. Es passt zu Nils Keppel und zu den schaurig schönen Liedern, die er neblig verhallt singt.
„Willkommen im Leben, deinem kurzen Leben“, heißt es in „Platzangst“, dem Eröffnungslied seiner frischgepressten Debüt-Platte „Super Sonic Youth“. Es ist das Album einer Jugend ohne Gott, aber dafür mit umso mehr Exzess und Kicks und Krise. Auf Überschallgeschwindigkeit. „Das Wort Quarterlife Crisis trifft es gut“, sagt Keppel, als wir durch den Friedhofsschnee schleichen, und er schmunzelt zart. „Ich glaube, meine Quarterlife Crisis habe ich, seit ich 20 bin.“

Mit einem Abo weiterlesen
- Zugriff auf alle B+ Inhalte
- Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
- Jederzeit kündbar
Sie haben bereits ein B-Plus? Melden Sie sich an
Doch lieber Print? Hier geht's zum Abo Shop
