Uber Eats Music Hall

Kraftwerk in Berlin: Klingt die Zukunft so berührend?

Die Elektronik-Pioniere – angeführt vom 79-jährigen Ralf Hütter – spielen aus ihrem beeindruckenden Werk. Leben wir in der Zukunft, die sich Kraftwerk einst vorgestellt hat?

Kraftwerk bei ihrem Konzert in der Uber Eats Music Hall: So simpel sah es während ihres Auftritts selten hinter ihnen aus.
Kraftwerk bei ihrem Konzert in der Uber Eats Music Hall: So simpel sah es während ihres Auftritts selten hinter ihnen aus.DAVIDS/Christina Kratsch

Die Software namens Ralf Hütter richtet sich nach einer Stunde Konzert zum ersten Mal an das Publikum, spricht nicht durch einen Vocoder, sondern mit einer Stimme, die täuschend echt nach der Stimme eines Menschen klingt. Er erzählt von Tokio, 1981. Da habe er den Komponisten Ryūichi Sakamoto kennengelernt. Sie seien Freunde für immer. Dass sein Freund vor zwei Jahren an Krebs gestorben ist, muss er nicht sagen. Alle verstehen, worum es geht. „Wir spielen jetzt Sakamotos Komposition ‚Mr. Lawrence‘.“ Klavierklänge, flächige Synthesizer, kein Beat. Eine melancholische Melodie. Ein berührender Moment. Wer hätte einen solchen bei einem Kraftwerk-Konzert erwartet? Auch Roboter trauern.

Berliner Zeitung

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