DDR

Reinhard Lakomy 1983 im Palast der Republik: Warum sein elektronisches Konzert jetzt wieder gefeiert wird

Klangzauberer aus Besessenheit: Reinhard Lakomys Elektronik-Konzert im Palast der Republik erscheint endlich auf Platte. Nach 43 Jahren. Warum blieb es so lange unter Verschluss?

Reinhard Lakomy im Studio
Reinhard Lakomy im StudioPrivatarchiv Monika Lakomy.

Die Landschaft an Tasteninstrumenten, die Reinhard Lakomy im Mai 1983 im Großen Saal des Palastes der Republik um sich herum aufgebaut hatte, war gewaltig. Ein Instrument, groß wie ein Schrank, hatte einen ganz besonderen Weg hinter sich: Den großen Moog-Modul-Synthesizer hatte Erfinder Robert Moog Ende der Sechzigerjahre für die Rolling Stones gebaut, doch die brachten das Teil nicht zum Klingen.

In den Siebzigerjahren gelangte dieser spezielle Moog über das West-Berliner Hansa-Tonstudio in die Hände des Elektronikprojekts Tangerine Dream, die ihn 1980 zu ihrem Auftritt mit in den Palast nach Ost-Berlin brachten. Reinhard Lakomy, der sich immer tiefer in elektronische Klänge versenkt und den damals noch raren Auftritt einer westlichen Band mitvermittelt hatte, fiel auf, dass sie ihn live kaum benutzten. Er kaufte ihnen den legendären „Mick-Jagger-Moog“ ab und holte ihn in sein Blankenburger Tonstudio.

Berliner Zeitung

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