Wir treffen Siovo am Hafen in Berlin-Schöneberg. Der Hafen hier ist aber kein Hafen. Sondern eine Schwulenbar. Wir holen uns Drinks zum Sonnenuntergang, setzen uns auf die Bank vor dem Laden mit Blick auf die belebte Motzstraße. Inzwischen wohnt der 24-jährige Siovo (Vorname: Simon; Nachname: geheim) in Berlin-Friedrichshain, aber er denkt noch oft an den Nollendorfkiez.
Denn das war seine erste Heimat in Berlin, als er 2019 aus der südwestdeutschen Provinz hierherzog. Fuggerstraße. Die Wohnung fand er durch Zufall. Siovo hatte keine Ahnung, dass das hier der Regenbogenkiez ist. Als er aus der Haustür kam, sah er plötzlich Käfige mit nackten Männern drin. Mitten auf der Straße. „Mir war klar, dass ich nun beschwult werde“, sagt er und lacht. Er meint es als Kompliment.

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