Romankritik

Warum Thomas Hettches Roman „Liebe“ mehr ist als eine späte Romanze

Max und Anna sind nicht mehr jung, als sie sich kennenlernen. Sie sind durch die Zeiten geformt und erleben doch ein Wunder in diesem klugen Roman. Die Kritik.

Thomas Hettche: Sein neuer Roman heißt „Liebe“.
Thomas Hettche: Sein neuer Roman heißt „Liebe“.Joachim Gern

Wer als Ocularist arbeiten will, muss eine Ausbildung von mindestens fünf Jahren durchlaufen, um all die nötigen Kenntnisse in Biologie, Chemie, Anatomie und Pathologie zu erwerben. Auch mit Glasrohlingen und Bunsenbrenner muss man umgehen können. Max beherrscht das alles. Er ist die Hauptfigur im neuesten Roman von Thomas Hettche.

Max ist es gewohnt, anderen genau in die Augen zu sehen, die Farbe zu erfassen, die Tiefe des Blicks. „Kein Auge ist wie das andere“, heißt es auf der Homepage der Deutschen Ocularistischen Gesellschaft. „Und er sah, dass ihre Augen von einem so hellen Blau waren, wie er es nur aus den Lehrbüchern kannte“, heißt es bei Thomas Hettche.

Berliner Zeitung

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