Einmal fährt die Schriftstellerin für drei Tage zu einer Universität in einen anderen Bundesstaat der USA, um sich zu bewerben. Wieder und wieder muss sie Hände schütteln, wieder und wieder erklärt sie, was sie vorhat: in einem Seminar zu lehren. Sie bekommt die Stelle nicht. Für die Familie mag das eine Enttäuschung gewesen sein, denn es ist ein Unterschied, ob jemand als freier Autor unregelmäßig sein Geld verdient oder verlässlich als Universitätsdozent. Für uns Leser aber ist das ein Glück.
Es sollte ein Kurs über Märchen sein. Hätte sie ihn abgehalten, würde es vermutlich das Buch „Happily“ nicht geben. Und das wäre unendlich zu bedauern. Sabrina Orah Mark, geboren 1975, erzählt auf so unwiderstehliche Weise vom Alltag einer Schriftstellerin, Mutter zweier Söhne, dass man sich bei ihr zu Hause fühlt und zugleich auf die seltsamsten Abwege gelockt wird. Es wird schon klar, dass sie als Enkelin von Holocaustüberlebenden im Amerika der Gegenwart wohnt, es gibt die zum zehrenden Heimunterricht zwingende Corona-Krise, eine strikte Einwanderungspolitik und Fälle von Gewalt auf den Straßen. Sabrina Orah Mark aber gestaltet das autobiografische Schreiben wie eine Reise durch einen Zauberwald oder das Öffnen von Schatzkästchen.

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