Eigentlich hätte es ein Gewitter geben müssen. Doch als die Jury für den Alfred-Döblin-Preis 2025 am späten Sonnabendnachmittag auf die Treppenstufen des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) trat, kam die Sonne aus den Wolken über dem Wannsee hervor. Sie strahlte direkt auf Sophia Merwald, die zur Preisträgerin ausgerufen wurde. Ihr Text habe, so hieß es zum Ende der kurzen Begründung, „die Jury verblitzt“. Dazu gleich mehr.
Zunächst sei Folgendes erklärt: Fünf Autorinnen und ein Autor waren aus knapp 600 Absendern von Manuskripten ausgewählt worden, um sich einen Tag lang im LCB der Öffentlichkeit zu stellen. Kein Wettlesen sei das, stellte der Chef des Hauses, Florian Höllerer, bei der Begrüßung klar, ein Werklesen. Literatur im Werden soll mit dem Preis geehrt werden, um die Schreibenden auf dem Weg der Fertigstellung eines Textes zu ermutigen.

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