Literatur

Colm Tóibíns Roman „Die Schwestern“: Wenn das Drama nur eine Behauptung bleibt

Der irische Schriftsteller gilt als Gefühlschronist einfacher Lebenswelten. Aber der Familienkonflikt in seinem neuesten Buch bleibt seltsam fade und blass. Die Kritik.

Colm Tóibín
Colm TóibínIsabella De Maddalena/imago

Offenbar will Colm Tóibíns neuer Roman „Die Schwestern“, im Original schlichter und präziser betitelt mit „The Catalan Girls“, schon im Titel jedwede Überhöhung vermeiden, deswegen bekommen wir nur den Zuruf, dass wir familiär verbandelte Frauen vorfinden werden – eine Konstellation, die uns der irische Schriftsteller ganz sicher nicht als Wolkenkuckucksheim verkaufen will. Nein, seine drei Protagonistinnen – Montserrat, Conxita und Núria – haben im besten Fall nur den Uterus gemeinsam, dem sie entschlüpft sind, sonst sind sie eher in herzlicher Abneigung einander zugetan.

Berliner Zeitung

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