Offenbar will Colm Tóibíns neuer Roman „Die Schwestern“, im Original schlichter und präziser betitelt mit „The Catalan Girls“, schon im Titel jedwede Überhöhung vermeiden, deswegen bekommen wir nur den Zuruf, dass wir familiär verbandelte Frauen vorfinden werden – eine Konstellation, die uns der irische Schriftsteller ganz sicher nicht als Wolkenkuckucksheim verkaufen will. Nein, seine drei Protagonistinnen – Montserrat, Conxita und Núria – haben im besten Fall nur den Uterus gemeinsam, dem sie entschlüpft sind, sonst sind sie eher in herzlicher Abneigung einander zugetan.