Während der Berlinale wird auch der Deutsche Drehbuchpreis verliehen. Dieses Jahr ging die Goldene Lola für das beste unverfilmte Drehbuch an die aus Erfurt stammende Autorin Lena Liberta. „Auf einmal drüben“ erzählt, wie eine Schülerin das Chaos im November 1989 erlebt. Es ist in vielerlei Hinsicht Lena Libertas eigene Geschichte, sagt sie.
Herzlichen Glückwunsch zum Preis! Hat Ihr Drehbuch nun eine größere Chance, verfilmt zu werden?
Ja! Eine sehr viel höhere Chance als vorher, denn Produzentinnen und Produzenten lesen ein prämiertes Drehbuch sehr viel bereitwilliger.
„Auf einmal drüben“ heißt es. Erklären Sie bitte kurz, worum es darin geht.
Es geht um die Pionierin Paula, die fest an die Werte ihrer Heimat im Sozialismus glaubt. Sie ist Musterschülerin, singt leidenschaftlich gern im Pionierchor und steht dann vor dem Ereignis des Mauerfalls wie vor einer nahenden Katastrophe. Sie hat Angst vor den bösen Kapitalisten. Und sie weiß einfach nicht, was da gerade in ihrem Land passiert. Bis gestern galten die bekannten Spielregeln, und jetzt ist alles auf den Kopf gestellt. Es geht um das Chaos in der Wendezeit aus der Sicht eines Kindes.

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