Lieber Leser, liebe Leserin, auch im zurückliegenden Jahr hat das Korrektorat der Berliner Zeitung sich Tag für Tag bemüht, alle Fehler vor Textpublikation herauszufischen – sei es aus Beiträgen, Zitaten, aus Artikelüber- oder Bildunterschriften. Trotz aller Sorgfalt entging uns der ein oder andere Fauxpas, der sich besonders gut versteckt hatte. Zuweilen haben Sie ihn bei der Lektüre entdeckt und uns zugeschickt, sodass wir unseren Blick schärfen konnten. Vielen Dank dafür.
Nun präsentieren wir Ihnen die 44 schönsten Fehler des Jahres, die wir vor Redaktionsschluss aufspürten: kleine Schätze, die zeigen, wie verblüffend lebendig Sprache ist. Oft waren es minimale Vertipper, die witzige Wörter, unerwartete Bedeutungen und manchmal sogar einen Erkenntnisgewinn hervorbrachten. Einige wirken wie ausgedacht, andere hätten wir am liebsten so stehen lassen.
Und hier fliegt uns Wehmut an. Denn mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz verschwinden viele dieser charmanten Ausrutscher. Die Texte werden glatter, technisch perfekter – und dadurch womöglich unseeliger.
Wir trösten uns mit dem Gedanken, dass Sprache ein wandlungsfreudiges Wesen bleibt. Solange Geschriebenes entsteht, sind Ungereimtheiten programmiert – auch vonseiten der KI. Denn es bedarf wohl eines ahnungslosen Sprachmodells, uns anstelle der (zumindest orthografisch, wenn auch nicht ethisch) untadeligen Gänsestopfleber diese vier „Verbesserungen“ vorzuschlagen: Gänsestoffeber, Gänsestifteber, Gänsestapeleber, Gänsestoffleber. Na, welches Schweinderl hätten’s denn gern?
Auf ein weiteres Jahr voller guter Worte!
...............................................
Abgeordnetenaus
Wildscheinlöwin
Weinachten

Mit einem Abo weiterlesen
- Zugriff auf alle B+ Inhalte
- Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
- Jederzeit kündbar
Sie haben bereits ein B-Plus? Melden Sie sich an
Doch lieber Print? Hier geht's zum Abo Shop
