Sprachwortschatz

„Lecker“, „shoppen“, „cool“: Wie der Westen dem Osten immer noch falsche Wörter in den Mund legt

In Büchern und Filmen über die DDR tauchen noch immer Wörter auf, die kein Mensch im Osten gesagt hat. Ist das nun kulturelle Aneignung oder einfach nur Schlampigkeit?

Hätte selbst nach knapp 40 Jahren noch Sinn: ein Kompendium ostdeutscher Sprache
Hätte selbst nach knapp 40 Jahren noch Sinn: ein Kompendium ostdeutscher SpracheFotoillustration: Berliner Zeitung am Wochenende. Fotos: Imago, Wikimedia Commons

Wir haben hier gerade einen Streit in der Redaktion, liebe Leser, vielleicht können Sie uns weiterhelfen: Haben wir „lecker“ im Osten gesagt? Ich, aufgewachsen in Rostock und Sachsen-Anhalt, sage kategorisch Nein. Ich erinnere mich noch an das Schaudern, das mir nach der Wende über den Rücken lief, wenn meine reizenden Westcousinen aus NRW nach jedem Bissen quiekten, wie „lecker“ dieses oder jenes sei. Damals schwor ich mir, dieses phonetisch billig klingende Adjektiv nie in den Mund zu nehmen, bin aber inzwischen, wie so mancher Politiker, der seine Versprechen bricht, hin und wieder zum „Umfaller“ geworden. Aus reiner Faulheit und Anpassungsdruck.

Berliner Zeitung

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