Schau in Cottbus

So schön und frech illegal:  Künstlerbücher aus DDR-Zeiten

Mini-Auflagen, handabgezogene Grafik – aber keine staatliche Druckgenehmigung. Zu DDR-Zeiten wurde das Künstlerbuch zur Samisdat-Trotzlust.

Aus dem Künstlerbuch von Tobias Ellmann, Leipzig 1987
Aus dem Künstlerbuch von Tobias Ellmann, Leipzig 1987BLMK/T. Ellmann

Schon der Titel dieser besonderen Ausstellung besagt, dass alles, was da zu sehen ist, einmalig war: „Die Tage waren gezählt ...“ Das Brandenburgische Kunstmuseum im ehemaligen Dieselkraftwerk am Cottbuser Amtsteich hat ein Füllhorn ausgeschüttet: Lauter Samisdat-Kostbarkeiten: Künstlerbücher und Poster in winzigen Auflagen gedruckt, handabgezogene Grafiken, Fotos, Blätter, die Flugschriften ähneln. Dafür gab es zu DDR-Zeiten keine Druckgenehmigungen, das wurde so gewitzt wie raffiniert, so lustvoll wie trotzig illegal gemacht. Und bis 1989 heimlich von zivilcouragierten Cottbusern oder Frankfurt (Oder)-Museumsleuten den Brandenburgischen Kunstsammlungen einverleibt.

Berliner Zeitung

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