Wiederentdeckt

Ein Kunstskandal im Jahr 1887: „Mors Imperator“ galt sogar als Majestätsbeleidigung

Die Malerin Hermione von Preuschen provozierte anno 1887 einen Skandal: Die Alte Nationalgalerie zeigt nun den verschollen geglaubten „unkünstlerischen Ausdruck eines schiefen Gedankens“.

Detail aus Hermione von Preuschens „Mors Imperator “, 1887
Detail aus Hermione von Preuschens „Mors Imperator “, 1887Ausschnitt/Staatliche Museen zu Berlin/Alte Nationalgalerie/Privatbesitz

Ein Gerippe dominiert das Gemälde. Kein Gevatter Hein, sondern der Tod als Herrscherfigur im Purpurmantel mit Hermelinpelz. Mit der rechten Hand auf ein Schwert gestützt, stößt die Gestalt mit der Linken in einer autoritären Geste den prachtvollen Thron um. Auf dem Totenschädel prangt eine eiserne Zackenkrone, während ein mit Edelsteinen besetztes Insigne zu Boden fällt. Der rechte Fuß steht auf einer Erdkugel – der Tod erscheint hier als triumphierender Beherrscher der Welt.

Berliner Zeitung

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