Von einer „Heimkehr des verlorenen Sohnes“ kann man in Rastatt, zwölf Kilometer nördlich von Baden-Baden, wohl nicht reden. Aber der Eindruck, Anselm Kiefer sei nun, mit 80, auf altersmilder Wurzelsuche, trügt nicht. Gerade hat der vor 33 Jahren aus Deutschland nach Frankreich weggegangene Malerei-Dramatiker der dunkel-deutschesten Geschichte von 1933 bis 1945 sein Elternhaus aufwendig restaurieren lassen. Genauso, wie er es in seiner Kindheit erlebt hat, mit den historischen Balken, Strohdecken, Fensterläden, Türen, Parkett und melodisch knarrenden Holztreppen.