Nachruf

Als wäre ihr Urahn Don Quijote gewesen

Núria Quevedo war mit ihrer rätselhaften Bildsprache eine der großen Malerinnen und Grafikerinnen des deutschen Ostens. Sie starb 87-jährig in Berlin.

Núria Quevedo in ihrer Ausstellung „Kopf – Hand – Fuß“ im Schlossmuseum Gotha
Núria Quevedo in ihrer Ausstellung „Kopf – Hand – Fuß“ im Schlossmuseum GothaHeinz Hirndorf/picture-alliance

Eins von Núria Quevedos Gemälden der frühen 70er zeigt eine Gruppe spanischer Exilanten. Leute, die vor den Franco-Faschisten in die DDR geflohen waren. Dieses Bild besang Wolf Biermann in seinem Lied über die spanische Diaspora, Titel: „Es gibt ein Leben vor dem Tod“. Die fast monochrome Bildsprache ist so herb, melancholisch und rätselhaft wie die meisten Motive dieser Malerin und Grafikerin, deren Lebenswerk vor knapp drei Jahren in den Brandenburgischen Kunstsammlungen in Frankfurt (Oder) und 2023 bei der Ehrung mit dem Karl-Schmidt-Rottluff-Preis in Chemnitz zu sehen war. Diese Motivik und Stilistik lässt sich nicht ganz ergründen, nicht gültig erklären.

Berliner Zeitung

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