Filmvorführung

Rosenstraße-Protest 1943: Berlin gedenkt dem Mut der Frauen

Die sogenannte Fabrik-Aktion der Nazis sollte die letzten Juden ins KZ bringen. In Berlin protestierten Frauen mutig dagegen. Daran wird jetzt erinnert.

Ingeborg Hunzingers Block der Frauen an der Rosenstraße.
Ingeborg Hunzingers Block der Frauen an der Rosenstraße.Maria Eichhorn

Es ist kein runder Jahrestag, doch es gibt Gründe genug, an das Ereignis zu erinnern. Am 27. Februar 1943 führten die Nationalsozialisten in Deutschland die sogenannte Fabrik-Aktion durch. Juden, die bis dahin vor der Deportation in die Vernichtungslager verschont geblieben waren, weil sie etwa kriegswichtige Arbeit leisteten oder in einer sogenannten Mischehe mit nicht jüdischen Ehefrauen lebten, wurden von der Gestapo aufgespürt und interniert.

In Berlin diente die ehemalige Sozialverwaltung der jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße als Lager. Und dann geschah das Unglaubliche: Vor dem Haus protestierten die Ehefrauen – zum Teil mit ihren Kindern und weiteren Verwandten – gegen diese Inhaftierungen. „Gebt uns unsere Männer wieder!“, riefen sie, zwei Wochen lang.

Einzigartiges Beispiel von Widerstand

Sie blieben Tag und Nacht, ließen sich nicht vertreiben, obwohl sie damit rechnen mussten, dass auf sie geschossen würde. Schließlich wurden einige hundert Gefangene freigelassen. Dieser gemeinschaftliche Widerstand ist ein einzigartiges Beispiel für Zivilcourage.

Lange war der Protest in der Rosenstraße kaum bekannt. Die Filmemacherin Daniela Schmidt-Langels hat 1991 und 1992 noch mehrere Frauen sprechen können, die damals protestierten. Und sie traf die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1915–2009), die das Denkmal für die Frauen in der Rosenstraße schuf. Der Entwurf entstand bereits in den 80er-Jahren, konnte aber in der DDR nicht realisiert werden.

Der 45 Minuten lange Dokumentarfilm „Rosenstraße – wo Frauen widerstanden, Berlin 1943“ wird an diesem Mittwoch noch einmal gezeigt. Anschließend sprechen die Regisseurin, die Schriftstellerin Julia Franck und Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, auf dem Podium miteinander.

Am Donnerstag ist ab 16 Uhr eine Gedenkveranstaltung geplant. Sie beginnt an der Großen Hamburger Straße/Rosenstraße; es gibt einen kurzen Schweigemarsch zum Denkmal in der Rosenstraße, wo verschiedene Ansprachen vorgesehen sind.

Filmvorführung und Diskussion 25. 2., 19 Uhr im Kino Acud, Veteranenstr. 21