„Nein, ich bin nicht rachsüchtig“

Epstein-Akten: Timothée Chalamet wird von Woody Allens Frau übel beschimpft

Neben vielen anderen prominenten Namen fällt auch der des Hollywood-Stars Timothée Chalamet in den berühmt-berüchtigten Epstein-Files. Was hat es damit auf sich?

Hollywood-Star Timothée Chalamet am 4. Februar 2026 in Paris
Hollywood-Star Timothée Chalamet am 4. Februar 2026 in ParisIMAGO/Yehiel Chekroune / Bestimage

Woody Allens Ehefrau Soon-Yi Previn hat den Hollywood-Star Timothée Chalamet in einer E-Mail aus dem Jahr 2018, die in den Epstein-Akten enthalten ist, übel beschimpft. Das meldete zuerst das Londoner Online-Branchenmagazin NME (New Musical Express).

Auch eine Recherche der Berliner Zeitung zeigt: Die Mail ist tatsächlich Teil der offiziellen Epstein-Akten, also von Millionen von Dokumenten, die nun im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden. Epstein wurde im Juli 2019 wegen Handels mit Minderjährigen inhaftiert. Noch im selben Jahr kam er im Gefängnis zu Tode.

Der E-Mail-Verlauf zwischen Previn und Epstein zeigt offenbar, dass Previn Epstein einen Verriss von Chalamets Film „Hot Summer Nights“ aus dem Jahr 2018 weitergeleitet und kommentiert hat: „Ich bin froh, dass der Film von diesem Arschloch Chalamet keine gute Kritik bekommen hat. Nein, ich bin nicht rachsüchtig. :-)“

Woher rührt Previns Feindseligkeit gegenüber Chalamet?

Auf Englisch bezeichnet Previn Chalamet wortwörtlich als prick. Das Wort ist nicht leicht zu übersetzen, meint aber in jedem Fall eine scharfe Beleidigung. Gängige Übersetzungen sind: Arschloch, Wichser, Vollpfosten. Etymologisch geht prick zurück auf das altenglische Wort prica, das etwas Spitzes, Lästiges, etwa einen Dorn bezeichnet.

Doch woher rührt Previns Feindseligkeit gegenüber Chalamet? Eine eindeutige Erklärung gibt es nicht. Es liegt aber nahe, dass sie mit Woody Allens Film „A Rainy Day In New York“ zusammenhängt, in dem Chalamet mitspielte. Der Film wurde 2018 fertiggestellt, aber von Amazon zunächst zurückgehalten, nachdem im Rahmen der #MeToo-Bewegung alte Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe durch Woody Allen wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten hatten. Allen hat alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.

Chalamet spendete seine Gage für den Film an verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen und brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, mit Allen zusammengearbeitet zu haben. Auf Instagram schrieb er seinerzeit: „Ich möchte nicht von meiner Arbeit an diesem Film profitieren.“ Ähnlich äußerte sich damals auch Chalamets Kollegin Selena Gomez.