Es gibt wenig, was kalmierender auf das Gemüt unseres Lesers wirkt und verlässlicher seinen Gähnimpuls auslöst als die Bekanntmachung von irgendwelchen Wörtern (oder Unwörtern) des Jahres. Wer eine solche Meldung vor der Nase hat oder einen Kommentar dazu, ahnt, dass es offenbar gerade nichts Wichtiges gibt. Sonst würde sich der neuste Pups, mit dem sich unterrepräsentierte Philologen mit ihren stumpfen Schwertern in gesellschaftliche Debatten zu stürzen versuchen, nicht am Contentmarkt durchsetzen. Die Gedanken und Perspektiven mögen oft gar nicht so irrelevant sein. Aber dieses zeremonielle Fischen nach Aufmerksamkeit! Wer fällt noch auf eine Wort-des-Jahres-Meldung rein und klickt? Und dann noch so eine Einleitung … Also, zweiter Anlauf, mit mehr Ausrufezeichen.

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