Interview

Ostdeutschland: „Die Frauen unter den Wendekindern erhalten deutlich häufiger eine Depressionsdiagnose“

Lara Bister arbeitet am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin und untersucht die psychischen Folgen der Einheit auf Kinder. Ihr Fazit: Es gibt noch viel zu tun in diesem Bereich.

Lara Bister
Lara BisterBenjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Wer als Kind oder Jugendlicher im Osten die Wende, die Einheit und dann die 90er-Jahre miterlebt hat, hat seine Eltern zum Teil als gestresst, ängstlich und überfordert wahrgenommen. Vier von zehn Ostdeutschen verloren nach der Einheit ihren Job, die Arbeitslosigkeit stieg auf über 20 Prozent. Es war eine Zeit der Neuorientierung: neue Gesetze, neue Chefs, neues Geld. Als Zeichen der Verunsicherung brach die Geburtenrate drastisch ein. Viele Menschen zogen außerdem aus dem Osten nach Westdeutschland, auf der Suche nach Arbeit und Stabilität.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar