Bleib gesund – in Berlin dürften diese zwei Worte bald mehr sein als ein Wunsch. Sie werden zu einer Empfehlung und zugleich zu der Warnung, möglichst nicht mit dem Gesundheitssystem in Berührung zu kommen. Denn dieses System ist selbst erkrankt. Die Symptome sind unverkennbar. Dazu gehört der unbefristete Arbeitskampf an der Charité, der seit Mittwoch die Versorgung von Patienten an dem Universitätsklinikum einschränkt. Die Beschäftigten des Tochterunternehmens Charité Facility Management (CFM) wollen mit ihren Kollegen im Mutterkonzern gleichgestellt werden. Sie wollen den Tarifvertrag öffentlicher Dienst, kurz TVöD.
Die Geschäftsführung argumentiert, die CFM-Beschäftigten würden nach den Tarifen entlohnt, die für die jeweiligen Branchen gelten. Sie hat die Konsequenzen durchgerechnet, die die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach sich ziehen würde, und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ihre Firma Insolvenz anmelden müsste, würden sie die Gehälter ihrer 3500 Angestellten anpassen. Die Arbeit der verschiedenen Gewerke – von der Großküche über den Krankentransport, vom Steri für Operationen bis zum Sicherheitsdienst – müssten dann an externe Anbieter vergeben werden. Ob damit Kosten eingespart und die Qualität der Leistungen gehalten werden können, ist an anderer Stelle zu ergründen. Ebenso die Frage, ob die Forderungen von Verdi berechtigt sind.

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