Was klingt wie die Pointe eines Arztwitzes, wird in der Intensivmedizin ernsthaft erforscht: die Beatmung über den After. Erste Studien am Menschen zeigen, dass die Methode sicher anwendbar ist. Könnte der Darm eines Tages als Reserve-Lunge dienen, wenn die Atemorgane versagen?
Die Idee wirkt absurd, fast schon albern: Ein Patient bekommt einen Schlauch in den After, eine milchige Flüssigkeit läuft in den Darm – und soll dort Sauerstoff ins Blut transportieren. Doch was nach medizinischer Satire klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Japanische Forscher haben nun erstmals systematisch am Menschen getestet, ob sich der Darm im Notfall als Atmungsorgan nutzen lässt. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachblatt Med, geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Die Methode ist machbar und scheint in bestimmten Dosen sicher zu sein.

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