Der Berliner Einzelhandel kämpft. Vor den Schaufenstern versperren Bauzäune den Weg. Die Touristen fehlen. Wer doch in die Läden kommt, dreht jeden Euro angesichts hoher Preise und globaler Krisen lieber zweimal um. Die Kassen klingeln spürbar leiser.
In dieser Zeit wächst die Arbeitsgemeinschaft City, kurz AG City. Seit 50 Jahren vertritt sie die Interessen der Gewerbetreibenden gegenüber der Berliner Politik. Mehr als 500 Mitglieder zählt der Verein inzwischen. Die Krise treibt sie offenbar zusammen.
Nun baut das Netzwerk seine Spitze um. Am 1. Mai rückt Christina Aue vom Vorstand in die Geschäftsführung auf. Dafür verlässt die gebürtige Berlinerin ihren Posten als Chefin des Schifffahrtsunternehmens Stern und Kreis. Sie kennt das Berliner Parkett bestens. Zuvor lenkte sie jahrelang die Geschäfte des Berliner Fernsehturms.
„Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, aber ich freue mich auch sehr darauf“, sagt Aue. Die Führung der traditionsreichen AG City zu übernehmen, sei eine Ehre. Man wolle den Weg in die Zukunft gemeinsam bestreiten. Ihr Credo fällt pragmatisch aus. „Meckern hilft nicht, wir müssen was tun“, sagt sie. Und das gehe eben nur zusammen.
Christina Aue möchte AG City weiter in die Zukunft führen
Dieser Zusammenhalt hat namhafte Gesichter. Das KaDeWe ist dabei, ebenso Kaufland oder internationale Marken wie Adidas, Audi und Bang & Olufsen. Die Wurzeln des Vereins liegen am Kurfürstendamm, tief im Westen der Stadt. Doch die Ambitionen sind gewachsen. Die AG City streckt ihre Fühler längst in den Osten aus. Am Hackeschen Markt oder am Potsdamer Platz zeigt man bereits Präsenz.

