Baustellen, ÖPNV-Chaos und hohe Mieten

Stromausfall als Warnsignal: Warum Berlin „arm und unsexy“ für Unternehmen wird

Der Stromausfall in Berlin vernichtet Vertrauen und damit auch Geld: Die marode Infrastruktur ist ein weiteres Argument gegen Investitionen in die Hauptstadt. Ein Kommentar.

Bauarbeiten am Ort des Kabelbrandes im Bezirk Steglitz-Zehlendorf: Zehntausende Menschen im Südwesten Berlins hatten mehr als vier Tage lang keinen Strom.
Bauarbeiten am Ort des Kabelbrandes im Bezirk Steglitz-Zehlendorf: Zehntausende Menschen im Südwesten Berlins hatten mehr als vier Tage lang keinen Strom.Britta Pedersen/dpa

Fünf Tage ohne Strom, Heizung und Warmwasser. Der Brandanschlag in Berlin war für die Menschen im Südwesten der Hauptstadt ein Härtetest. Doch neben privaten Schicksalen, die vom Stromausfall betroffen waren, wurde vor allem mal wieder eines sehr deutlich: wie sehr die Berliner Infrastruktur seit Jahren vernachlässigt wird.

Der tagelange Blackout ist ein weiteres Symptom für die zunehmende Dysfunktionalität Berlins: monate- und teils jahrelange Baustellen, ein oft unzuverlässiger öffentlicher Nahverkehr, explodierende Mieten und eine überforderte Verwaltung setzen nicht nur den Bewohnern der Hauptstadt zu. Dass in diesen Cocktail einer zunehmend maroden Infrastruktur jetzt obendrein noch ein Stromausfall hineingemischt wird, könnte auch dem Image des Wirtschaftsstandorts Berlin schaden. Immerhin hat die Wiederherstellung des Stromnetzes volle fünf Tage gedauert – und die Politik offenbarte ein desaströses Krisenmanagement. Welches Unternehmen will da noch nach Berlin?

Berliner Zeitung

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