Wer in den vergangenen zehn Jahren durch die Wohnungen der Hauptstadt geblickt hat, die irgendwo zwischen Berlin-Mitte- und Pinterest-Ästhetik pendeln, fand oft eine seltsame Gleichförmigkeit vor: greigefarbene (also eine Mischung aus Grau und Beige) Wände, cremefarbene Sofas, ein einzelnes Pampasgras, das sich in seiner matten Vase leicht zur Seite neigt – als würde es bald umfallen vor lauter Zurückhaltung. So wirkte die Wahl neutraler Töne eher wie ein Akt der Anpassung an einen ästhetischen Gruppenzwang als ein Ausdruck von Stilbewusstsein.