Fotografin, Interviewerin und zwei Pressedamen warten auf Jonathan Olivares im Fünf-Sterne-Hotel The Mandala nahe dem Potsdamer Platz. Man betrachtet die Einrichtung dieses „Designhotels“ – viel Hellgrau, Glas, Stein, Stahl – und wird melancholisch. Was natürlich damit zu tun hat, was diesem Teil von Berlin seit den Nullerjahren widerfahren ist.
Melancholisch werden könnte man als Kultur-Boomerin auch angesichts des Abstiegs, den der Begriff „Design“ seit der Jahrtausendwende erlebt hat. Der britische Starkritiker Edwin Heathcote beschrieb dessen „existenzielle Krise“ in der Financial Times so: „Einst wurde Design als Mittel zur Verbesserung des Lebens verstanden. Bis zu einem gewissen Grad tat es das. Wir leben noch immer in der Welt, die die Modernisten schufen.“
Das dicke Ende kam um das Jahr 2000: „Der soziale Eifer, der die Geburt von Design als Profession begleitete, ist versickert“, konstatiert Heathcote. „Aus Moderne wurde Marketing.“ Die Erkenntnis, dass Design vollständig vom Kapital übernommen wurde, „als Mechanismus, um mehr nutzloses Zeug zu machen“, war gerade für jüngere Designer und Kuratoren ein echter Schlag ins Kontor.

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