Ausflüge

Andacht zwischen Vintage-Ständen: Der Berliner Flohmarkt als Kirche der Gegenwart

Wie der sonntägliche Flohmarktbesuch zwischen Mauerpark und Arkonaplatz zur neuen Form der Andacht wurde – inklusive Sekt, kuratierter Playlist und eigenem Zeremoniell.

Die sonntägliche Pilgerstätte Nummer eins in Prenzlauer Berg: der Mauerpark-Flohmarkt.
Die sonntägliche Pilgerstätte Nummer eins in Prenzlauer Berg: der Mauerpark-Flohmarkt.IMAGO/Jürgen Held

Früher machte man sich sonntags für die Kirche fertig, heute für den Flohmarkt. Früher legten Männer die Kopfbedeckung ab und Frauen bedeckten die Knie – heute ziehen die Gläubigen der neuen Sonntagsreligion morgens um neun in Baseballcap, Jogginghose und Birkenstocks los.

Die Andacht beginnt schon an der Ampel, wo man wartet, bis man sich endlich ins Getümmel stürzen darf. Wer in Berlin am Wochenende zwischen Mauerpark, Boxhagener Platz, Arkonaplatz oder RAW-Gelände unterwegs ist, weiß: Der Flohmarkt ist längst nicht mehr nur Flohmarkt. Er ist Bühne, Castingshow, Laufsteg und Beichtstuhl in einem.

Berliner Zeitung

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