Beim Blick auf die Körpersprache hatte man das Gefühl, dass sich die Spieler von Hertha BSC beim Schlusspfiff über eine Niederlage ärgerten. Hängende Köpfe, auf die Knie gestützte Hände und das Wissen, mal wieder eine Chance in der Zweiten Bundesliga nicht genutzt zu haben, sorgten für sichtbare Ernüchterung. Dabei hatten die Berliner gegen den SV Darmstadt 98 bereits mit 2:0 geführt, waren am Ende aber nicht über ein 2:2-Unentschieden (2:1) hinausgekommen. Eine gefühlte Niederlage statt eines gewonnenen Punktes.
Hertha BSC liegt sieben Punkte hinter Relegationsplatz
Der Rückstand von Hertha auf Relegationsrang drei liegt nun schon bei sieben Zählern. Die formstarken Darmstädter unter Florian Kohfeldt bleiben in der Liga dagegen seit Ende Oktober ungeschlagen und liegen weiter aussichtsreich im Rennen um den Aufstieg, auch wenn sie den Sprung an die Spitze verpassten. Beim Einlass der Berliner Anhänger kam es dieses Mal nicht zu Zwischenfällen.
Vor allem wegen mangelnder Chancenverwertung hatte es für die Berliner gegen Schalke und den KSC nur Unentschieden gegeben, davor schon in Fürth und gegen Bielefeld. Gerade in der ersten Hälfte aber dürften beim einen oder anderen Fan an diesem winterlich kalten Sonntagnachmittag angesichts des Spielverlaufs gegen die Darmstädter Erinnerungen an den sensationellen 6:1-Triumph im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern aufgekommen sein.
Wie im Dezember des zurückliegenden Jahres schien sich die Mannschaft von Hertha BSC auch diesmal im Berliner Olympiastadion in einen offensiven Rausch zu spielen. Zwei Fehler der Gäste hatte sie schon früh bestraft und lag bereits mit 2:0 in Führung. Gegen die Hessen nutzte Hertha schon die erste Gelegenheit. Marten Winkler setzte sich nach einem Ballgewinn auf dem linken Flügel schön durch und flankte punktgenau auf den völlig frei stehenden Reese, der den Ball per Volley ins Tor wuchtete.
Hellwach blieben die Hausherren und kamen schnell noch zu weiteren Chancen. Eitschberger gewann erst einen Ball mit hohem Pressing, ließ seinen Gegenspieler mit einer Finte vorbeirutschen und verwandelte zu seinem ersten Profi-Tor für Hertha. In der 29. Minute verpasste Michael Cuisance nach einem Abpraller nur knapp das 3:0 und hätte vielleicht schon für eine Vorentscheidung sorgen können.
Auch nach dieser vergebenen Chance war Hertha BSC das bessere Team, brachte den Gegner aber selbst ins Spiel. Auf ein Foul von Pascal Klemens im eigenen Strafraum folgte ein berechtigter Elfmeterpfiff, den Fraser Hornby ohne Probleme (39.) zum 1:2-Anschluss verwandelte.
Neben dem Spielfeld bleibt es diesmal ruhig
Nach dem Seitenwechsel agierten die Gastgeber fahrig im eigenen Spielaufbau, leisteten sich zahlreiche Fehlpässe und kassierten fast folgerichtig aus kurzer Distanz den 2:2-Ausgleich von Hornby (62.). Dawid Kownacki sah in der 70. Minute nach einem Foulspiel die Rote Karte – eine harte Entscheidung. Die immer stärker werdenden Gäste drückten jetzt sogar auf den Siegtreffer. Isac Lidberg köpfte aus kurzer Distanz den Ball an die Latte des Berliner Tores (77.). Doch Hertha konnte wenigstens den einen Punkt bis zum Schlusspfiff verteidigen.


