Es ist noch nicht mal drei Wochen her, da hat die Mannschaft von Hertha BSC mit der Leistung auf dem Platz und Trainer Stefan Leitl in seiner Analyse der 2:5-Niederlage beim SC Paderborn die Tür zum Aufstieg in die Bundesliga geschlossen. Tja, und was sollte man zu Beginn der Nachspielzeit in der Partie gegen den VfL Bochum am Samstagabend anderes sagen, als dass die Tür nun doch wieder einen Spalt geöffnet ist.
Max Kruse und die Aufholjagd von Hertha BSC
Im Vorfeld der Partie gegen die Bochumer hatte sogar Max Kruse, ehemaliger Stürmer beim 1. FC Union Berlin und am Sonnabend TV-Experte bei RTL, auf Instagram schon so eine Vorahnung geäußert: „Kommt noch die große Hertha-Aufholjagd?“, hatte er vor seiner Premiere in dieser neuen Rolle als Frage in den Raum gestellt.

Und bis zur ersten Minute der Nachspielzeit lag er damit garnicht so falsch. Hertha BSC hatte bis dahin 1:0 geführt und wieder etwas Aufstiegs-Hoffnung geschöpft. Das war nicht nur bei den Fans der Fall, sondern irgendwie auch bei der Mannschaft. Anders konnte man die Enttäuschung im Gesicht vom gesperrten Fabian Reese und den anderen Spielern nicht deuten, als sie in eben dieser Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich kassierten. Aus zwischenzeitlich fünf Punkten Rückstand zur Konkurrenz, die im Fall der SV Elversberg (0:2 in Greuther Fürth) und des SC Paderborn (2:2 in Bielefeld) Punkte hatte liegengelassen, waren wieder sieben Zähler geworden.
Vor 47.520 Zuschauern im Berliner Olympiastadion hatte Geburtstagskind Dawid Kownacki (45. Minute/Foulelfmeter) die Gastgeber noch in Führung gebracht, aber der eingewechselte Leandro Morgalla mit seinem ersten Profitor (90.+1) den Spielverderber gab.
Nach einem Abtasten in der Anfangsphase erhöhten die Gastgeber ab Mitte der ersten Halbzeit den Druck und zwangen die Bochumer weit in die eigene Hälfte. Vor allem Josip Brekalo strahlte beim Hauptstadt-Klub Torgefahr aus. Beim VfL fehlte in Mats Pannewig der Siegtorschütze aus der Vorwoche auch wegen einer Gelbsperre.
Als sich die Gäste schon fast in die Halbzeit gerettet hatten, foulte Noah Loosli Kownacki im Strafraum. Der Pole verwandelte an seinem 29. Geburtstag sicher. Nach dem Wechsel trat der Bundesliga-Absteiger aus Bochum mutiger auf und überquerte zumindest regelmäßig die Mittellinie. Kurz dahinter war aber meist Endstation – eine echte Torchance hatte der VfL bis zur 74. Minute nicht.


