Zweite Bundesliga

Hertha BSC muss Hoffnungen auf Bundesliga begraben

Trotz klarer Spielkontrolle und 21 Torschüssen verliert Hertha gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 0:1 – Trainer Stefan Leitl hakt den Aufstieg endgültig ab.

Erst erkältet, dann auch noch frustriert: Hertha-Trainer Stefan Leitl nach der Niederlage gegen Kaiserslautern.
Erst erkältet, dann auch noch frustriert: Hertha-Trainer Stefan Leitl nach der Niederlage gegen Kaiserslautern.Andreas Gora

Hertha BSC hat im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Beim 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern zeigte sich die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl vor 53.419 Fans über weite Strecken überlegen, blieb jedoch ohne Torerfolg. Am Ende stand eine Niederlage, die weniger mit der Leistung als vielmehr mit mangelnder Konsequenz im Abschluss zu erklären ist – und die die Chancen auf die Bundesliga-Rückkehr deutlich schmälert.

Hertha BSC dominiert Kaiserslautern – doch das Tor fehlt

Es war ein Spiel, das sich früh in eine Richtung entwickelte. Hertha übernahm die Kontrolle, bestimmte Tempo und Rhythmus und erspielte sich eine Vielzahl an Abschlüssen. Insgesamt 21 Versuche verzeichneten die Berliner – so viele wie in keiner anderen Partie dieser Saison. Doch die Effizienz ließ zu wünschen übrig. „In der ersten Hälfte haben wor drei Möglichkeiten, die du nutzen musst“, sagte Leitl später und sprach damit ein bekanntes Problem an.

Fabian Reese und Hertha BSC werden vom 1. FC Kaiserslautern in die Mangel genommen und müssen den Traum von Aufstieg wohl begraben.
Fabian Reese und Hertha BSC werden vom 1. FC Kaiserslautern in die Mangel genommen und müssen den Traum von Aufstieg wohl begraben.Andreas Gora

Die Gäste aus Kaiserslautern hingegen beschränkten sich lange auf eine kompakte Defensivarbeit und warteten auf ihre Gelegenheit. Diese ergab sich kurz nach der Pause – und sie nutzten sie konsequent. Nach einer Ecke entwickelte sich eine unübersichtliche Situation im Strafraum, an deren Ende Mergim Berisha, der im Sommer kurz vor einem Wechsel zu Hertha stand, aus kurzer Distanz zur Führung traf (47.). Ein Treffer, der aus Sicht der Berliner überraschend kam und den Spielverlauf auf den Kopf stellte.

Bundesliga-Rückkehr: Hertha lässt Big Points liegen

„Dann gerätst du durch so ein Kacktor in Rückstand“, kommentierte Leitl die Szene ungewohnt deutlich. Zuvor habe seine Mannschaft „alles unter Kontrolle“ gehabt, „in der gegnerischen Hälfte sehr präsent“ agiert. Dass dennoch ein solcher Moment genügte, um das Spiel zu entscheiden, unterstreicht die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag.

Kaum zu sehen, aber drin: Mergim Berisha trifft für Kaiserslautern gegen Hertha BSC.
Kaum zu sehen, aber drin: Mergim Berisha trifft für Kaiserslautern gegen Hertha BSC.Andreas Gora

In der Folge bemühte sich Hertha um eine Reaktion, doch mit zunehmender Spieldauer schien die Leichtigkeit zu schwinden. Die Aktionen wirkten weniger klar, die Angriffe weniger zwingend. Erst in der Schlussphase gelang es, den Druck noch einmal zu erhöhen, ohne jedoch den Ausgleich zu erzwingen.

Stefan Leitl hakt Hertha-Aufstieg endgültig ab

Leitl nahm seine Mannschaft trotz der Niederlage in Schutz. „Ich glaube, dass die Jungs das dann schon gut gemacht haben. Wir haben noch mehr Dominanz gezeigt“, sagte er. Gleichzeitig blieb die Erkenntnis, „ein Spiel verloren zu haben, das du nicht verlieren darfst“.

Keine Frage, diese Niederlage trifft Hertha hart. Nach der starken Aufholjagd der vergangenen Wochen verliert das Team im engen Aufstiegsrennen entscheidend an Boden. Rein rechnerisch ist die Rückkehr in die Bundesliga noch möglich, realistisch aber kaum mehr: Fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz bei nur noch fünf Spielen sprechen eine klare Sprache. Punktet die Konkurrenz noch am Wochenende, muss Hertha endgültig für ein viertes Jahr in Folge in der Zweiten Liga planen.

„Es wäre etwas anderes gewesen, wenn wir gewonnen hätten und Richtung Platz drei oder vier gesprungen wären. So muss ich mir aber keine Hoffnung machen“, räumte Leitl ein. Ein Satz, der die aktuelle Lage treffend beschreibt: Hertha hat sich in der Rückrunde viel erarbeitet – und steht dennoch auch wegen der weiterhin großen finanziellen Not vor einer ungewissen Perspektive.