Der 1. FC Union Berlin hat eine historische Leistung hingelegt: Noch nie hat eine Mannschaft in der Bundesliga nach einer derartigen Niederlagen-Serie wie vor einigen Monaten den Klassenerhalt geschafft. Am Samstag beim Saisonfinale kam wieder alles zum Vorschein, was den Verein in den vergangenen Jahren so erfolgreich gemacht hat: Die Mannschaft hat gekämpft, malocht, geackert – bis zur Bewusstlosigkeit, wie der Zusammenprall von Diogo Leite bewies. Angeführt von einem überragenden Kapitän Christopher Trimmel gingen alle bis über ihre Schmerzgrenzen – wie Trimmel das vor dem Spiel verlangt hatte.
Der zwischenzeitliche Ausgleich brachte die Mannschaft nicht aus der Fassung, obwohl dem Tor der Freiburger eigentlich ein Foul vorangegangen war. Schließlich brauchte es einen Gewaltschuss, um den zweiten abgewehrten Elfmeter im Nachsetzen zu veredeln. Das Publikum begleitete die Mannschaft von der ersten Sekunde an mit der fachkundigen Begeisterung, wie man sie aus Arbeiterkulturvereinen kennt. Es war den Fans wichtig, dass die Mannschaft die Klasse hält, aber zu erwarten war es nach dieser Saison nicht. Doch alle im Stadion wussten auch, dass dies keine „normale“ Saison war: Champions League unter anderem gegen den späteren Finalisten Real Madrid, wo Union den Königlichen zweimal auf Augenhöhe begegnete. Auch gegen den SSC Napoli machten die Eisernen „bella figura“. Neapel hat übrigens ähnlich wie Union eine verheerende Liga-Saison gespielt, nach dem glanzvollen Gewinn der Meisterschaft im Jahr davor.
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