Was bleibt unausgesprochen?
Familiäre Nähe entsteht nicht nur durch gemeinsame Erlebnisse, sondern auch durch das, was sich zwischen den Zeilen abspielt: Andeutungen, Brüche, Leerstellen. Die Thementage Verbergen oder Erzählen? im Humboldt Forum widmen sich am 24. und 25. Januar jenen Geschichten, die oft verborgen bleiben – und die dennoch prägen.
Performative Zugänge und Gespräche
Jürgen Kuttner wagt einen augenzwinkernden Blick auf Familiengeschichten aus Ost und West – mit seiner typischen Mischung aus Humor, Videoschnipseln und Kulturkritik.

Die Künstlerin Sarah Ama Duah zeigt lebende Statuen, deren Latexhüllen intime Biografien zu verbergen scheinen. Der chinesische Künstler Li Binyuan lädt dazu ein, selbst Teil seiner Klanglandschaft Plaza zu werden.
Anne Rabe spricht über die Familiengeschichte hinter ihrem Roman Die Möglichkeit von Glück. Der Performer und Filmemacher ŞOKOPOP thematisiert in einem neuen Film sein Coming-out vor dem Hintergrund kultureller Verdrängung in der Türkei.

Workshops, Kinderprogramm und eine szenische Schlossführung
Im neu gestalteten Ausstellungsbereich „Wohnzimmer“ im Erdgeschoss können Besucher*innen Familiengeschichten erkunden und dazu lesen, gestalten und weben. Black Dads Germany kuratieren eine besondere Auswahl von Büchern über Familie, während im Workshop Geschenk der Spinne rund um eine große Wandcollage ein Gesamtkunstwerk aus Web- und Strickarbeiten entsteht.

Eine szenische Tour führt durch die weniger beleuchteten Kapitel der Hohenzollern-Familiengeschichte. Im Live-Rollenspiel Broken Archive wird ein zerrissenes Familienalbum gemeinsam neu zusammengesetzt. Kinder erwartet ein Geschichtentheater, die Live-Aufnahme des Podcasts Kakadu und Workshops, in denen eigene Familiengeheimnisse kreativ festgehalten werden können.
Die Thementage öffnen Räume für alles, was zwischen den Generationen weitergegeben – oder eben verschwiegen – wird. Ein Wochenende, das dazu einlädt, hinzuhören, zu fragen und neu zu erzählen.

Thementage
24. und 25. Januar 2026 / 10:30 bis 21 Uhr
Führungen, Gespräche, Lesungen, Performances, Workshops und Kinderprogramm
