Gesellschaft

Wenn die Mitte ihre Ränder verliert: „Unsere Demokratie“ in der Krise

Deutschland im Klammergriff zweier Krisen: eine der Repräsentanz und eine der Identität. Die verwaltete „Demokratie der Mitte“ gelangt an ihre Grenzen.

Ende Februar im baden-württembergischen Reutlingen: eine Demonstration gegen die AfD und ihren Thüringer Fraktionschef Bernd Höcke.
Ende Februar im baden-württembergischen Reutlingen: eine Demonstration gegen die AfD und ihren Thüringer Fraktionschef Bernd Höcke.Christoph Schmidt/dpa

Man kann die Kerze noch so perfektionieren – es wird niemals eine Glühbirne daraus. Es war der 1969 verstorbene Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker der Frankfurter Schule Theodor W. Adorno, eine Geistesgröße der frühen Bundesrepublik, der gern auf diesen Aphorismus verwies. Seine Kritik richtete sich gegen den Fortschrittsoptimismus der Aufklärung, auch gegen deren angebliche Linearität. Wer nur das Bestehende zu verbessern sucht, verpasst die Chance auf den qualitativen Sprung.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar