Mediengeschichte

„Störfall“ in der Berliner Zeitung: Wie die Tschernobyl-Meldung ins Blatt kam

Wichtiger als die Atomkatastrophe von Tschernobyl war der Kampf für den Weltfrieden. Die Geschichte einer verspäteten Kurzmeldung, die am 29. April 1986 erschien.

Das Atomkraftwerk Tschernobyl: Die Kernschmelze im Block 4 führte am 26. April 1986 zu einem weltweiten Super-GAU.
Das Atomkraftwerk Tschernobyl: Die Kernschmelze im Block 4 führte am 26. April 1986 zu einem weltweiten Super-GAU.Andrè Hirt/Imago

Tass, die sowjetische Nachrichtenagentur, war zwei Tage lang nicht ermächtigt, zu erklären, dass am Sonnabend, den 26. April 1986, im Atomkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor explodiert war. Aber Gerüchte von einer Katastrophe kursierten. Als dann am Montag um 9 Uhr morgens die Warnanlagen im schwedischen AKW Forsmark Strahlenalarm auslösten und die Experten die Ursache nicht in der eigenen Anlage, sondern in der Atmosphäre fanden, hatte die Welt erstmals faktische Informationen, dass eine nukleare Wolke über Europa zog. Die Nachrichtensperre der trotz neuer Gorbatschow-Töne im alten Trott laufenden Sowjetbehörden war obsolet.

Berliner Zeitung

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