Am Mittwoch war Sahra Wagenknecht bei Markus Lanz zu Gast. In der Sendung sprach sie darüber, bei einem Treffen vor etwa einem Jahrzehnt den Rechtsextremen Gernot Mörig getroffen zu haben. Mörig habe mit ihr E-Mail-Kontakt aufgebaut. Sie sei darauf eingegangen, weil der Mann ihr versprochen habe, eine Verbindung zum Satiriker Volker Pispers herzustellen. Dies sei auch gelungen. Den letzten E-Mail-Kontakt habe es vor etwa einem Jahr gegeben. In der Sendung wollte Markus Lanz wiederholt wissen, ob es eine Verbindung zwischen Wagenknecht, Co-Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), und rechtsextremen Spektren geben würde.
Er stellte fest, dass Wagenknecht sich mehrmals schützend vor Alice Weidel gestellt hat. Die Volksbank Pirna, bei der Wagenknechts neue Partei ein Spendenkonto eingerichtet hat, würde Anlaufstelle von Vertretern des rechten Spektrums sein. Wagenknecht wies die Anschuldigungen entschieden zurück.
Wagenknecht verteidigt ihren Standpunkt in Schreiben an Berliner Zeitung
Ihren Standpunkt hält Wagenknecht einen Tag nach der Lanz-Sendung weiterhin aufrecht. Die Diskussion sei „abstrus“ gewesen, teilte sie in einem Schreiben der Berliner Zeitung mit.
Wagenknecht: „Ich fand die Diskussion befremdlich. Ich bekomme Mails von tausenden Leuten. Mein Büro und ich versuchen, was wir nicht immer schaffen, jedem, der mir freundlich schreibt, auch eine nette Antwort zukommen zu lassen. Wir haben wirklich keine Zeit, die Absender auf ihre Gesinnung zu durchleuchten. Ich habe in der Sendung geschildert, welchen Kontakt – Volker Pispers – mir Mörig vor zehn Jahren vermittelt hatte. Mir nach der Vorgeschichte vorzuwerfen, dass ich ihn nicht als Rechtsradikalen identifiziert habe, ist wirklich abstrus.“
Auch die BSW-Abgeordnete Sevim Dagdelen kritisierte die Vorwürfe gegen Wagenknecht. „Die Versuche, das Bündnis Sahra Wagenknecht per Kontaktschuld in die rechte Ecke zu schieben, haben mit seriösem Journalismus nichts zu tun“, sagte Dagdelen der Berliner Zeitung. Wagenknecht eine Nähe zu Rechtsextremisten zu unterstellen, sei bösartig. „Die öffentlich-rechtlichen Medien sollten sich nicht wundern, wenn sich immer mehr Zuschauer von derlei Zumutungen abwenden und ihre Gebührenzahlungen infrage stellen.“
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