Der Krieg gegen den Iran kostet die Vereinigten Staaten bis zu zwei Milliarden US-Dollar pro Tag. Pentagon-Offizielle sollen den US-Senat in einer geheimen Sitzung über das wahre Ausmaß der Ausgaben informiert haben, wie AP, NBC News und weitere Medien berichteten. Demnach belief sich die Summe allein in den ersten sechs Tagen der „Operation Epic Fury“ auf astronomische 11,3 Milliarden Dollar.
Dies seien die unmittelbaren Kosten für Treibstoff, Munition und die medizinische Versorgung Verwundeter sowie die Löhne für Soldaten, erklärt Neta Crawford, Expertin und Mitgründerin des Costs of War Project, gegenüber der Berliner Zeitung.
Vereinigte Staaten verschießen Rekordsumme
Allein in den ersten 48 Stunden verfeuerte das Pentagon Munition im Wert von 5,6 Milliarden US-Dollar, wie die Washington Post berichtete. Zugleich sei gewarnt worden, dass die Lagerbestände schneller schrumpfen, als die Rüstungsindustrie sie ersetzen kann. Washington verbrennt also seine Reserven in einem Tempo, bei dem die Produktion kaum noch hinterherkommt.
Die tatsächliche Burn-Rate des Krieges dürfte daher noch höher liegen. Zusätzlich kämen Ausgaben für die Wiederbeschaffung von Waffen, Wartung von Geräten und die medizinische Versorgung von Veteranen hinzu, so Crawford.
Angesichts der kurzen Dauer des Konflikts erreichen die bisherigen Ausgaben Rekordsummen. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Irak-Krieges lagen die täglichen Kosten bei etwa 300 bis 400 Millionen Dollar. Die Regierung unter Präsident Trump gibt derzeit etwa das Fünf- bis Sechsfache pro Tag aus.
Analysen der Peter G. Peterson Foundation zufolge sieht der US-Senat für das Fiskaljahr 2026 ein Basisbudget von rund 838,7 Milliarden Dollar für das Pentagon vor. Rechnet man weitere sicherheitsrelevante Kosten hinzu, steuerten die nationalen Verteidigungsausgaben zuletzt sogar auf die Marke von fast einer Billion Dollar zu.
Somit stehen die USA für rund 40 Prozent der weltweiten Militärausgaben – sie geben mehr für ihr Militär aus als die nächsten acht größten Nationen zusammen.
Billionen-Schulden: USA leben über ihren Verhältnissen
Nicht nur die Intensität der Attacken, sondern vor allem die Geschwindigkeit der Ausgaben wirft eine grundlegende Frage auf: Kann sich die größte Volkswirtschaft der Welt diesen Krieg überhaupt leisten?
Amerika sitzt derzeit auf einem Schuldenberg von rund 39 Billionen US-Dollar, wie aktuelle Daten des amerikanischen Finanzministeriums zeigen. Gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung entspricht dies einer Schuldenquote von deutlich über 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Das Land lebt demnach weit über seinen Verhältnissen: Während die Schulden rasant steigen, wächst die Wirtschaft nur moderat. Das Congressional Budget Office (CBO) rechnet für das laufende Jahr lediglich mit einem Wachstum von rund 2,2 Prozent. Allein die Zinszahlungen auf die Staatsschulden verschlingen inzwischen fast ein Fünftel der Bundeseinnahmen.
Vor diesem Hintergrund bekommen die Kosten des Hightech-Krieges eine neue Dimension. Da die USA bereits mit einem hohen Haushaltsdefizit in das Jahr gestartet sind, wird praktisch jede abgefeuerte Tomahawk-Rakete – Stückpreis rund 2,2 Millionen Dollar – über neue Schulden finanziert.
Kritiker stellen daher eine grundsätzliche Frage: Stehen die Kosten noch im Verhältnis zum strategischen Nutzen? Jeder Angriff im Nahen Osten ist nicht nur eine militärische Aktion, sondern auch eine Hypothek auf den Dollar.




