Selbstbild und Selbstbetrug

Europa ohne Kompass: Wie ein Kontinent seine Zukunft verspielt

Europa hat seine Idee verloren und lebt vom Glanz vergangener Tage. Selbstverliebt, moralisch überheblich und ohne Richtung taumelt der Kontinent vor sich hin.

Bundeskanzler Friedrich Merz und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen
Bundeskanzler Friedrich Merz und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der LeyenVirginia Mayo/dpa

Was ist eigentlich Europa? Wenn man all die Theaterkulissen, die vollmundigen Überhöhungen als europäische Wertegemeinschaft, die selbstreferenzielle Berufung auf das griechisch-römische Erbe und die Beschwörung der christlich-abendländischen Tradition einmal beiseiteschiebt, präsentiert sich Europa in der Lebensrealität seiner heutigen Bewohner eher unglamourös als ein Lifestyle der ungenutzten Möglichkeiten. Europa verkörpert weniger eine schlüssige politische Idee als vielmehr einen Lebensstil, einen way of life. Wie lässt sich dieser umschreiben? Selbstbezüglich und bequem, verwöhnt und moralisierend, überheblich und weltfremd. Es ist unwahrscheinlich, dass dieses Lebensmodell auch in Zukunft erfolgreich fortgeführt werden kann.

Berliner Zeitung

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