Wenn Martin Sonneborn, der wohl einzige humoristische Faktor im Europaparlament und fraktionsloser Volksvertreter der Satirepartei Die Partei, ans Rednerpult tritt, ist das für die oftmals allzu seriösen übrigen Abgeordneten meist das Signal für ein kollektives Augenrollen. Bei seiner letzten Rede verfehlte Sonneborn zwar das Thema, redete am eigentlichen Gegenstand – einer Initiative gegen Cybermobbing – weit vorbei, und traf dennoch den Nagel so präzise auf den Kopf, dass man das Echo bis in die Berliner Staatsanwaltschaften hören konnte.