Traditionsunternehmen

500 Jobs in Berlin-Spandau gerettet: Japanischer Konzern übernimmt Lampen-Sparte

Die Verlagerung des Standorts ist abgewendet. Die alte Osram-Sparte hat wieder eine Zukunft und Berlin wird Headquarter. Eine andere deutsche Metropole hat das Nachsehen.

Ein Bürogebäude des alten Osram-Werks in Berlin-Spandau.
Ein Bürogebäude des alten Osram-Werks in Berlin-Spandau.Steinach/imago

Das japanische Elektrounternehmen Ushio Denki aus Tokio hat die Lampen-Sparte der AMS Osram in Berlin-Spandau herausgekauft. Die Osram Entertainment and Industrie (ENI) verantwortet das Lampengeschäft, das Speziallampen etwa für Kino oder Theater herstellt. Sie und damit 500 Osram-Mitarbeiter werden nun Teil von Ushio. Die Automotiv-Sparte verbleibt bei AMS Osram. AMS Osram benötigte dringend frisches Geld, will sich in Zukunft auf LED-Leuchten spezialisieren, und Ushio konnte sich so das Spezialgeschäft mit Glühlampen sichern.

Für 500 Osram-Mitarbeiter hat damit der schleichende Niedergang des Berliner Traditionsunternehmens ein Ende. Die drohende Verlagerung des Standorts nach China ist für sie abgewendet.

Tatsächlich besteht weiterhin stabile Nachfrage nach Speziallampen für Kino, Theaterbühnen und industrielle Anwendungen. Und Osram ENI ist bei den Japanern in guten Händen. Ushio ist selbst ein traditionsreiches Unternehmen für Licht und Beleuchtung und wurde 1916 gegründet. Das Werk in Berlin-Spandau wollen die Japaner nun als Headquarter nutzen.

„Unser Kernwerk in Berlin bleibt bestehen“

Uwe Rebafka, Betriebsleiter am neuen Ushio-Standort Berlin, zeigt sich gegenüber der Berliner Zeitung zufrieden: „Unser Kernwerk in Berlin bleibt bestehen. Wir haben mit Lampen ein hochprofitables Geschäft.“ Die Glasproduktion sei zwar wegen der hohen Strompreise in Deutschland eingestellt, aber man beziehe Spezialglas aus der ganzen Welt, um die Nachfrage an speziellen Produkten wie etwa der XBO-Xenon-Hochdruckentladungslampen für Kinoprojektoren zu bedienen.

Rebafka: „Berlin und nicht München wird für Ushio das Headquarter in Deutschland. Das freut mich als gebürtigen Berliner natürlich besonders.“ Und AMS Osram bleibe ein guter Nachbar. Schließlich kenne man die Kollegen seit vielen Jahren.