Food

Neukölln zwischen Szene und Krise: „Die Leute kaufen nicht mehr die Pasta für 3,90 Euro“

In guten wie in schlechten Zeiten versorgen Kerstin Finger und ihr Amore Store den Kiez mit italienischen Köstlichkeiten. Zehn Jahre ging das gut – doch wie geht es weiter?

Hat vor zehn Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt: Kerstin Finger
Hat vor zehn Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt: Kerstin FingerMarie Staggat

„Es gibt keine Liebe auf dieser Welt“, sang die Berliner Band Mutabor Mitte der Neunzigerjahre. Und irgendwie passt dieser Song verdammt gut zu diesem kalten, grauen Januarnachmittag im Neuköllner Reuterkiez. Ja, die Gegend gilt als angesagt und lebendig. Aber es ist Winter in Berlin, und trotz aller veganen Gastrokonzepte und hippen Vintage-Läden fällt es schwer, das Augenfällige zu ignorieren.

Die U8 hat einen hergebracht, es roch nicht gut und jemand schrie das „F“-Wort. An der Schönleinstraße ausgespuckt, führt der Weg vorbei an immergleichen Spätis, ausrangierten Waschmaschinen, Altkleidermüll. Kein Haus ist ohne Schmierereien. Die mitten auf dem Gehweg geborstene Bierflasche ist nur der letzte Ausweis vermeintlicher Berlin-Folklore. Ja, gibt es denn wirklich keine Liebe mehr in dieser Stadt?

Berliner Zeitung

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