„Dampfmaschinen des Geistes“

Künstliche Intelligenz – Was bleibt vom Menschen, wenn die Maschine denkt?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, könnte die Gesellschaft so radikal verändern wie Elektrizität oder die Erfindung des Buchdrucks. Über Fluch und Segen einer bahnbrechenden Technologie.

USA: Ein Waymo Robotaxi im kalifornischen San Francisco. Als im Dezember der Strom in der Metropole ausfiel, blieben auch die autonomen Taxis stehen.
USA: Ein Waymo Robotaxi im kalifornischen San Francisco. Als im Dezember der Strom in der Metropole ausfiel, blieben auch die autonomen Taxis stehen.JASON HENRY

Wenn man dereinst auf die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz zurückblicken wird, wird der 30. November 2022 als ein Meilenstein in die Geschichtsbücher eingehen: An diesem Tag veröffentlichte die Softwareschmiede OpenAI ihren KI-Chatbot ChatGPT. Das Sprachmodell, das mit der unvorstellbaren Menge von 300 Milliarden Wörtern gefüttert wurde und eine Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Buchstabenfolgen errechnet, produziert auf Knopfdruck Texte: E-Mails, Grußkarten, Essays, Gedichte.

Seit der berühmten Dartmouth Conference 1956, die als Gründungsveranstaltung der KI-Forschung gilt, tüfteln Informatiker an Elektronengehirnen, die menschliche Sprache imitieren. Aber eine Maschine, die wie von Geisterhand Texte im Stile von Franz Kafka oder Virginia Woolf schreibt, hatte die Welt bis dato noch nicht gesehen. Das war magisch, obwohl es eigentlich nur Statistik ist.

Berliner Zeitung

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