Man mag es kaum glauben, aber Berlin hat den härtesten Winter seit über 15 Jahren fast überstanden. Nach zweistelligen Minusgraden, eisigen Windböen und Schneefällen, wie man sie in Deutschland nicht mehr gewohnt ist, klart nun der Himmel auf. Schnee und Eis sind von fast allen Straßen der Hauptstadt verschwunden – mit einer Ausnahme.
Im Neuköllner Richardkiez liegt sogar Ende Februar noch Schnee auf der kopfsteingepflasterten Straße. Alles ist weiß. Überhaupt scheint auf einem bestimmten Abschnitt der namensgebenden Richardstraße alles ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein: Vorkriegsoldtimer, altertümlich gekleidete Menschen und Schriftzüge auf Ladenfenstern, die vor einer Woche noch nicht zu lesen waren. Es wirkt, als schreibe man hier nicht das Jahr 2026, sondern 1926. Wer den Blick jedoch über die Gehwege schweifen lässt, entdeckt Beleuchtung und Kameras. Es wird also wieder einmal gedreht in der Hauptstadt.
Das große Hollywood-Aufgebot im Herzen Neuköllns
Hinter den Dreharbeiten steckt nach Informationen der Berliner Zeitung der Streamingdienst Apple TV. Zwischen der Kirchgasse und dem Herrnhuter Weg sowie der Uthmannstraße war die Straße bereits seit Mittwoch gesperrt. Laut Verkehrsinformationszentrale dauerten die Sperrungen bis Donnerstagabend an.
Was vom Filmset her ein wenig an die deutsche Erfolgsserie „Babylon Berlin“ erinnert, hat damit allerdings wohl nur wenig zu tun. Ein Anwohner erzählte der Berliner Zeitung, dass es sich wohl um einen neuen Film mit dem Titel „Berlin Noir“ handeln soll. Die Produktion übernehme dabei kein Geringerer als Hollywoodstar Tom Hanks. Den „Forrest Gump“-Darsteller höchstselbst konnte bisher jedoch noch niemand im Kiez ausfindig machen.

Bei „Berlin Noir“ handelt es sich laut Medienberichten um die Verfilmung einer Krimi-Romanreihe des schottischen Schriftstellers Philip Kerr. Sie spielt 1928 im Berlin der späten Weimarer Republik und folgt dem Protagonisten Bernie Gunther – Berichten zufolge gespielt von „Dunkirk“- und „Slow Horses“-Star Jack Lowden, der momentan auch als 007-Nachfolger gehandelt wird.
Gunther ermittelt im Roman gegen einen Serienmörder, dessen Opfer aus den Randbereichen der Gesellschaft stammen, während es sowohl politisch als auch gesellschaftlich in Deutschland immer instabiler wird. An Lowdens Seite soll außerdem Colin Firth im Film spielen. Das große Hollywood-Aufgebot im Herzen Neuköllns also, könnte man sagen. Gesichtet wurden die beiden allerdings auch noch nicht.


