Als wir Mohamed „Dada“ Daoud an einem Mittwochnachmittag in der Schwips-Bar unweit des Nordbahnhofs treffen, präsentiert sich Berlin von seiner trübsten Winterseite. Windböen peitschen um die Ohren, die Temperaturen kratzen an der Nullgrenze, der Regen schlägt einem fast waagerecht ins Gesicht. Der Himmel ist grau, die Häuser noch grauer, und selbst die Straßen wirken in dem sonst so belebten Kiez in Mitte wie ausgestorben.
Ihn scheint das kaum zu kümmern. Als Dada – wie er sich den meisten Menschen vorstellt – zur Tür hereinkommt, streicht er sich ein paar Regentropfen aus seinen mittellangen, pechschwarz gekräuselten Haaren, die er an diesem Tag locker zu einem Zopf gebunden hat, wirft seinen cremefarbenen Kurzmantel auf die lange Sitzbank im Eingangsbereich der Bar und lächelt. Eine freundliche Miene hinter dem gepflegten Vollbart, die er das gesamte Treffen über nicht ablegt.

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