Drohender Handelskrieg

Trump verschiebt Zollfrist für die EU – und verschickt Drohbriefe an Japan und Südkorea

Donald Trump verschiebt die angedrohten Zölle auf den 1. August – auch für die EU. Zugleich informiert er Japan und Südkorea per Brief über neue Strafzölle in Höhe von 25 Prozent.

US-Präsident Donald Trump spricht im Weißen Hauses in Washington zu Medienvertreter.
US-Präsident Donald Trump spricht im Weißen Hauses in Washington zu Medienvertreter.Jacquelyn Martin/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump will die Frist der bislang für diesen Mittwoch (9. Juli) angepeilten Zölle auf den 1. August verschieben. Er werde noch an diesem Montag ein entsprechendes Dekret unterschreiben, sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt. Importaufschläge sollten nun bis dahin zunächst vom Tisch sein - allerdings sind noch viele Details offen, unter anderem, wie die EU und die USA künftig Handel miteinander betreiben wollen.

Denn auch für die Europäische Union wäre die Frist am Mittwoch abgelaufen. Schon länger verhandelt sie mit den Vereinigten Staaten im Zollstreit - der Ausgang ist offen. Was genau die neue Frist für die EU bedeutet, war zunächst unklar.

Der Schritt ist Teil von Trumps angekündigter Rückkehr zu einer Politik „reziproker Zölle“. Eine Übergangsphase, die im April in Kraft getreten war, sollte eigentlich am 9. Juli auslaufen.

Trump: 25 Prozent Zölle für Japan und Südkorea

Trump kündigte zudem neue Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Japan und Südkorea angekündigt. In nahezu identischen Schreiben an den japanischen Premierminister Shigeru Ishiba und den südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung informierte Trump am Montag über die Maßnahme, die ab dem 1. August gelten soll. Die Briefe wurden über Trumps Plattform Truth Social veröffentlicht.

Begründet wurden die Zölle mit den anhaltenden Handelsdefiziten der USA gegenüber beiden Ländern. Trump kritisierte, dass Japan und Südkorea deutlich mehr Waren in die USA exportierten als umgekehrt – eine „Ungleichheit“, die nun korrigiert werden solle. Die geplanten Zölle seien zudem eine Reaktion auf „handelspolitische Hindernisse“, die amerikanischen Produkten den Marktzugang erschwerten.

„Bitte verstehen Sie, dass 25 Prozent weit unter dem liegen, was nötig wäre, um das Handelsdefizit mit Ihrem Land auszugleichen“, heißt es in beiden Schreiben.

Trump bietet Deal – und droht mit Aufschlag bei Vergeltung

Trump betonte, dass die neuen Zölle vermieden werden könnten, wenn japanische oder südkoreanische Unternehmen ihre Produktion in die USA verlagerten. In diesem Fall werde es „keine Zölle“ geben. Er versprach zudem eine schnelle und unkomplizierte Genehmigung entsprechender Projekte: „In wenigen Wochen“, so Trump.

Zugleich warnte der US-Präsident vor Gegenmaßnahmen. Sollten Japan oder Südkorea als Reaktion eigene Zölle erhöhen, werde der US-Tarif um den gleichen Prozentsatz auf die 25 Prozent aufgeschlagen.

Trump schreibt auch an andere Länder Drohbriefe

Etwa zwei Stunden später gab Trump bekannt, dass ähnliche Briefe an Malaysia, Kasachstan, Südafrika, Myanmar und Laos geschickt wurden, um deren Regierungen über neue Zollsätze von bis zu 40 Prozent zu informieren. Trump hatte zuvor angekündigt, dass 12 bis 15 Länder bis Mittwoch entsprechende Briefe erhalten

Die US-Börsen reagierten empfindlich auf die Ankündigung: Der Dow Jones verlor zwischenzeitlich bis zu 530 Punkte (1,2 Prozent), auch S&P 500 und Nasdaq rutschten ab.