Energiepreise

Zoll nimmt Tank-Touristen an der polnischen Grenze ins Visier

Die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Spritpreise treiben deutsche Autofahrer nach Polen. Der Zoll reagiert mit verstärkten Kontrollen an den Grenzübergängen.

Deutsche Autofahrer tanken aufgrund des hohen Preisunterschieds verstärkt in Polen und Tschechien.
Deutsche Autofahrer tanken aufgrund des hohen Preisunterschieds verstärkt in Polen und Tschechien.Sebastian Kahnert / dpa

Der Zoll kontrolliert an Brandenburgs Grenze zu Polen verstärkt sogenannte Tanktouristen. Seit mehreren Tagen laufen bundesweit Stichproben an Grenzübergängen, wie Zoll-Sprecherin Lisa Pörschmann der Märkischen Allgemeinen Zeitung sagte.

Im Fokus stünden Autofahrer, die im Nachbarland günstigeren Kraftstoff kaufen und nach Deutschland zurückkehren, ohne ihn zu verzollen. Nach den derzeitigen Regeln dürfen zusätzlich zur Tankfüllung nur 20 Liter Benzin in Reservekanistern nach Deutschland gebracht werden. Größere Mengen sind zu verzollen.

Derzeitige Kontrollschwerpunkte sind die Grenzübergänge in Brandenburg, Sachsen und Bayern nach Polen und Tschechien. Zahlen zu bereits aufgegriffenen Tank-Touristen legte der Zoll bisher noch nicht vor.

Preisunterschied von bis zu 60 Cent pro Liter

Hintergrund ist der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Spritpreise in Deutschland. In Polen und Tschechien ist Kraftstoff bis zu 60 Cent pro Liter günstiger. Solche Preisunterschiede können sich schnell auf bis zu 30 Euro pro Tankfüllung summieren.

Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg berichtet von teilweise langen Schlangen an polnischen Tankstellen. Für die deutschen Tankstellen im Grenzraum verschärfe sich durch den Tanktourismus die Ertragslage zusätzlich, so die IHK. Die Spritpreise in Polen sind unter anderem wegen geringerer Steuern und CO₂-Abgaben niedriger als in Deutschland.