Immobilien

Wohnatlas: Wo sich der Wohnungskauf im Berliner Umland trotz Pendelkosten lohnt

Von Berlin raus aufs Land, weil Eigentumswohnungen günstiger sind? Eine Untersuchung will zeigen, wo sich der Speckgürtel trotz der Kosten fürs Pendeln rechnen kann.

Wohnungen in Bernau: Ein Wohnungskauf hier kann sich für Berliner lohnen.
Wohnungen in Bernau: Ein Wohnungskauf hier kann sich für Berliner lohnen.Zoonar/imago

Ein Wohnungskauf im Speckgürtel der Hauptstadt kann sich trotz der Pendelkosten im Vergleich zu den Preisen in der Berlin lohnen. Laut einer Modellrechnung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts für den Wohnatlas der Postbank bietet Bernau bei Berlin den größten Preisvorteil für Pendler, die in die etwa 30 Kilometer entfernte Hauptstadt zum Arbeiten fahren. Auch Ludwigsfelde und Eberswalde werden als Standorte genannt, an denen ein Umzug aus Berlin für Wohnungskäufer finanziell sinnvoll sein kann.

Ver­gli­chen wur­de je­weils der Kauf ei­ner durch­schnitt­lich teu­ren 70-Qua­drat­me­ter-Woh­nung so­wie ei­ner 120-Qua­drat­me­ter-Woh­nung in Ber­lin mit dem Er­werb ei­ner gleich gro­ßen Woh­nung in Pots­dam so­wie in den grö­ß­ten Ort­schaf­ten der acht Land­krei­se Bar­nim, Dah­me-Spree­wald, Ha­vel­land, Mär­kisch-Oder­land, Ober­ha­vel, Oder-Spree, Pots­dam-Mit­tel­mark und Tel­tow-Flä­ming. Aus den Land­krei­sen wur­den die je­weils vier be­völ­ke­rungs­reichs­ten Kom­mu­nen in die Ana­ly­se ein­be­zo­gen. Ins­ge­samt wur­den 33 Städ­te und Ge­mein­den im Um­land Ber­lins be­trach­tet.

In der Berlin kostete demnach beim Kauf einer Eigentumswohnung der Quadratmeter 2023 durchschnittlich 5807 Euro. Damit mussten Käufer in der Hauptstadt laut Postbank im Schnitt mindestens 600 Euro pro Quadratmeter mehr ausgeben als für eine durchschnittliche Immobilie in Potsdam, der teuersten Region im Speckgürtel. Das Institut berechnete für den Wohnatlas, wann der Kostenvorteil durch erhöhte Pendelkosten aufgezehrt ist. 

Laut Postbank-Studie gilt: Für Durchschnittskäufer sollten die erhöhten Pendelkosten mindestens 25 Jahre lang durch die Kaufpreisersparnisse gedeckt werden. Dies entspreche in der Regel der restlichen Lebensarbeitszeit von Immobilienkäufern, die in Deutschland im Durchschnitt 40 Jahre alt seien.

Studie: Umzug aus Berlin nach Bernau und Ludwigsfelde kann sich rechnen

Bernau bei Berlin schneidet in der Berechnung besonders gut ab: Wer aus dem Ort den Arbeitsweg jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklege, habe den Kaufpreisvorteil bei 70 Quadratmetern gegenüber der Metropole erst nach 43 Jahren aufgebraucht, hieß es. Bei täglicher Fahrt mit dem Auto schrumpfe diese Zeitspanne auf 14 Jahre. Dabei wird angenommen, dass jeweils eine Person des Haushalts vom Umland nach Berlin pendelt. 

Bei Ludwigsfelde wird der Vorteil eines niedrigen Kaufpreises durch die Pendelkosten (ÖPNV) nach 34,4 Jahren aufgebraucht, in Eberswalde sind es 26 Jahre und in Falkensee 25 Jahre. Insgesamt wurden laut Postbank 33 Städte und Gemeinden im Umland Berlins betrachtet. Für die Modellrechnung wurden beispielsweise die jährlichen Mobilitätskosten im ÖPNV durch die Einführung des 49-Euro-Tickets nach Abzug von Steuervergünstigungen auf 540 Euro gedeckelt.