Rüstungskooperation

Wadephul will Zusammenarbeit mit Griechenland ausbauen

Der Außenminister kündigt in Athen neue Projekte an, vor allem im maritimen Bereich. Berlins Eurofighter-Deal mit der Türkei sorgt zugleich für Unmut.

 Johann Wadephul (CDU) und Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident von Griechenland
Johann Wadephul (CDU) und Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident von GriechenlandMichael Kappeler/dpa

Bei seinem Antrittsbesuch in Athen hat Außenminister Johann Wadephul eine deutliche Ausweitung der deutsch-griechischen Rüstungskooperation angekündigt. Spannungen ergeben sich aus der parallel verstärkten Zusammenarbeit Berlins mit der Türkei.

Deutschland will seine Rüstungskooperation mit Griechenland nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul „deutlich“ ausweiten. Dafür sollten alle Möglichkeiten zur gemeinsamen Beschaffung von Rüstungsgütern und zur europäischen Finanzierung genutzt werden, sagte Wadephul nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Giorgos Gerapetritis in Athen.

Im Mittelpunkt steht den Angaben zufolge die maritime Zusammenarbeit. Wadephul wollte bei seinem eintägigen Besuch die Skaramangas-Werft besuchen, die größte Werft im östlichen Mittelmeer. ThyssenKrupp Marine Systems hat dort jüngst eine Vereinbarung zur Modernisierung von vier U-Booten geschlossen. Über weitere konkrete Projekte wurde bei dem Besuch zunächst nichts bekannt.

Athen verweist auf europäische Interessen

Gerapetritis zeigte sich grundsätzlich offen für eine engere Kooperation, wurde jedoch nicht konkret. Neben den nationalen müssten auch die gemeinsamen europäischen Interessen im Blick behalten und die „Autonomie der Europäischen Union“ gestärkt werden, sagte er. Griechenland kooperiert bei der laufenden Aufrüstung seiner Streitkräfte bislang vor allem eng mit Frankreich, den USA und Israel. Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron verlängerte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis vor einer Woche ein seit 2021 bestehendes strategisches Abkommen um weitere fünf Jahre, das auch eine Beistandsgarantie Frankreichs enthält.

Spannungen wegen deutscher Türkei-Geschäfte

Auf Kritik in Griechenland stößt, dass Deutschland zugleich die Rüstungskooperation mit der Türkei verstärkt. Im Oktober war mit deutscher Zustimmung ein Milliardengeschäft über 20 Eurofighter-Kampfjets für Ankara abgeschlossen worden. Zwischen Griechenland und der Türkei hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Spannungen um Gasfelder und Inseln im östlichen Mittelmeer gegeben. Gerapetritis forderte von der Bundesregierung, bei solchen Geschäften Bedingungen zu stellen. „Das, was wir als mindestens notwendig erachten, ist, dass sichergestellt wird, dass diese Systeme nicht zum Nachteil eines verbündeten Landes eingesetzt werden", sagte er.

EU-Erweiterung und Straße von Hormus Thema

Themen der Gespräche waren auch die Blockade der Straße von Hormus sowie die EU-Erweiterung. Den sechs Westbalkanstaaten und der Ukraine müssten „glaubhafte Perspektiven“ für einen Beitritt geboten werden, sagte Wadephul bereits vor seiner Abreise. Griechenland komme dabei eine besondere Rolle zu, da es im zweiten Halbjahr 2027 die EU-Ratspräsidentschaft in einer „entscheidenden Phase“ übernehme. (mit dpa)