Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat eine Vereinbarung mit Amazon Leo geschlossen, dem Satellitennetwerk des US-Technologiekonzerns Amazon in der niedrigen Erdumlaufbahn. Ziel der Partnerschaft ist es, 4G- und 5G-Mobilfunkmasten in schwer zugänglichen Regionen Europas und Afrikas per Satellit an das Netz anzubinden, wie Vodafone am Montag mitteilte.
Konkret soll Amazon Leo Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s im Download und 400 Mbit/s im Upload bereitstellen, um Vodafones Netzwerk mit Mobilfunkmasten in abgelegenen Gebieten zu verbinden. Damit entfällt laut Vodafone die kostspielige Verlegung von Glasfaserkabeln zu diesen Standorten – sogenanntes Backhaul, also die Anbindung einzelner Funkmasten an das Kernnetz des Betreibers.
Den Anfang macht Deutschland: Noch in diesem Jahr will Vodafone die Satellitenanbindung für Basisstationen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern in Betrieb nehmen. Anschließend soll die Technologie schrittweise über die Vodafone-Tochter Vodacom auf dem afrikanischen Kontinent ausgerollt werden, so das Unternehmen.
Amazon Leo baut Satellitenflotte weiter aus
Amazon Leo verfügt nach Angaben von Vodafone derzeit über mehr als 200 Satelliten im Orbit. Hunderte weitere seien bereits gebaut und startbereit. Die Satelliten kreisen in einer niedrigen Erdumlaufbahn – im Englischen als Low Earth Orbit (LEO) bezeichnet –, was kürzere Signallaufzeiten und damit geringere Latenzzeiten als bei herkömmlichen geostationären Satelliten ermöglicht.
