Arbeitskampf

Ver.di weitet Warnstreiks im hessischen Nahverkehr aus

Im Tarifstreit um den Nahverkehr in Hessen ruft Verdi erneut zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen auf. Fahrgäste müssen sich auf massive Ausfälle einstellen.

Ver.di ruft zu neuen Warnstreiks im ÖPNV in Hessen auf.
Ver.di ruft zu neuen Warnstreiks im ÖPNV in Hessen auf.IMAGO / A. Friedrichs

Die Gewerkschaft Ver.di hat für Dienstag, den 24. Februar, einen weiteren hessenweiten Warnstreik im kommunalen Nahverkehr angekündigt. Betroffen sind die Verkehrsgesellschaften in Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Gießen sowie die Marburg wie Verdi am Samstag mitteilte. Der Ausstand soll mit Betriebsbeginn am Dienstagmorgen starten und in der Nacht zum Mittwoch enden.

Auslöser der Eskalation ist der Streit um den Tarifvertrag Nahverkehr Hessen (TV-N). Verdi wirft der Arbeitgeberseite vor, kurz vor Ende der dritten Verhandlungsrunde überraschend Kürzungen bei einer tariflich vereinbarten Zulage  gefordert zu haben. Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel nannte diesen Vorstoß eine „ungeheuerliche Provokation“ und eine „Attacke auf unseren Tarifvertrag“. Die Verhandlungsführerin der kommunalen Arbeitgeber, Marion Hebding, bezeichnete die Streiks hingegen als völlig überzogen.

Am Mittwoch sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden

Bei dem Tarifkonflikt geht es nicht um allgemeine Gehaltserhöhungen. Eigentlich sind diese an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gekoppelt. Strittig sind vielmehr die Rahmenbedingungen: Verdi fordert unter anderem eine Berechnung von Zuschlägen auf Basis der individuellen Entgeltstufe, eine stufengleiche Höhergruppierung sowie eine Schichtzulage auch für den Fahrdienst.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte ein Streik bei der VGF in Frankfurt zusammen mit winterlichen Straßenverhältnissen und S-Bahn-Ausfällen für teils chaotische Zustände gesorgt. Am Mittwoch unmittelbar nach dem Streik wollen beide Seiten die Gespräche wieder aufnehmen. (mit dpa)